Die GKG ist eine Gesellschaft, die nach den Idealen der Gründungsväter zum Wohl der Korntaler Bürger und zur Unterstützung der sozialen, religiösen, erzieherischen und kulturellen Belange der vormaligen Gemeinde Korntal gegründet wurde. Die Aufgabe des Vorstands ist die Verwaltung und Nutzung des Vermögens sowie Beschlüsse für Zuwendungen. Dabei haben Mehrheitsinteressen Vorrang vor den Einzelinteressen der Mitglieder.
Die Gründung – ein königliches Privileg
Das Allodialgut (freies Eigengut) Kornthal konnte durch königliches Privileg am 22. August 1819 gegründet werden. König Wilhelm I. erlaubte die Ansiedlung von Personen, die sich in ihrer Gewissensfreiheit eingeschränkt fühlten. Vorsteher Hoffmann und Gleichgesinnte gründeten die Evang. Brüdergemeinde Korntal.
Das Rittergut wurde von Gottlieb Wilhelm Hoffmann und Freunden mittels der gegründeten Güterkaufsgesellschaft (daher der Name Gut) erworben.
Einmaligkeit – unsere einzigartige Geschichte
68 Familien, meist bäuerlichen Ursprungs, kauften durch die Gründungs-Mitgliedschaft die Gemarkung des Hofguts von Korntal zum Preis von 116.596 Gulden und 57 Kreuzer. Die Mitglieder der GKG bezahlten von 1819 bis 1840 das Hofgut ab.
Am 18. September 1867 wurde der Güterkaufsgesellschaft durch das Königreich Württemberg die juristische Persönlichkeit verliehen. Eine juristische Person kann prinzipiell über Jahrhunderte tätig sein, da sie keine vorgegebene Lebensdauer hat. Sie hat Rechte und Pflichten, kann Vermögen und Verbindlichkeiten bilden. Dabei leitet der jeweilige Vorstand die Geschäfte.
Mitgliedschaft – ein besonderes Erbe
Mitglieder können nur natürliche Personen sein. Dies gilt nicht für die Ev. Brüdergemeinde Korntal. Mitglied ist, wem ein vererbliches Nutzungsrecht an einem Grundstück zusteht.
200 Jahre alt
Die Solidarhaftung der Mitglieder bot für alle geschäftlichen Beziehungen in der Anfangszeit eine größere Sicherheit.
Dynamisch und unter Strom
– Erste Spar- und Leihkasse in Württemberg
– Viehseuchenversicherung – einmalig zur damaligen Zeit
– Kleines Krankenhaus in Korntal
– Armenhaus, Witwenhaus
– Missionshaus für Missionare im Ruhestand
– Altersheim zur Versorgung älterer Gemeindemitglieder
– eigener Friedhof
– Bauhof der Gemeinde
– Wege- und Straßenunterhaltung
– Haus Zoar – Frauenarbeit für alleinstehende Mütter
– Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln durch eine Gemeindehandlung mit Kohlen, Eisenwaren, Spielwaren usw.
– Gipswerk (das heutige Aichelin-Gelände)
„Der Wohlstand der Gemeinde geht auf die vortreffliche
Einrichtung der Güterkaufsgesellschaft zurück.
Diese Einrichtung ist überhaupt schon oft von Nationalökonomen
und Bodenreformern bewundert worden.“